Unified Glare Rating: Was bedeutet der UGR Wert?

Unified Glare Rating: Was bedeutet der UGR Wert?

Die Abkürzung UGR steht für Unified Glare Rating. Übersetzt bedeutet das soviel wie vereinheitlichte Blendungsbewertung. Mit dem Verfahren kann die Blendung verschiedener Lichtquellen verglichen werden. Ein niedriger UGR-Wert bedeutet eine geringere Blendwirkung. In diesem Artikel erfährst du alle Details zum UGR und welche Werte für verschiedene Sehaufgaben einzuhalten sind.

Bedeutung des Unified Glare Rating (UGR)

Der UGR-Wert ist eine Kennzahl zur Beurteilung der Blendwirkung von Beleuchtungsanlagen. Das UGR-Verfahren wurde von der Internationalen Beleuchtungskommission entwickelt, um eine weltweit einheitliche Bewertung der Blendwirkung zu gewährleisten. Der UGR-Wert ist eine dimensionslose Kennzahl.

Niedriger UGR-Wert

Je niedriger der UGR-Wert ausfällt, desto kleiner ist die psychologische/empfundene Blendung.

Hoher UGR-Wert

Je höher der UGR-Wert ausfällt, desto größer ist die psychologische/empfundene Blendung.

UGR Verfahren

Vor der Einführung des Unified Glare Rating wurde die Blendung häufig über die Leuchtdichte der einzelnen Lichtquellen beurteilt. Mit dem UGR-Verfahren wird dagegen die gesamte Beleuchtungsanlage zur Beurteilung der Blendwirkung herangezogen. Auch die Beschaffenheit eines Raumes (Material und Farbe der Oberflächen) spielt hier in der Praxis eine große Rolle.

Beim UGR-Verfahren wird die subjektive Blendung für eine definierte Beobachterposition festgelegt. Für die UGR-Werte gibt es eine Skala von 10 (keine Blendwirkung) bis 30 (hohe Blendwirkung). Diese Werte sind in der DIN EN 12464-1 (Norm zur Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen) festgelegt. Die UGR-Grenzwerte für gängige Anwendungsbereiche befinden sich in der UGR-Tabelle.

UGR nur bindend im gewerblichen Bereich

Die Einhaltung der UGR-Grenzwerte gemäß Arbeitsstättenrichtlinie ist nur im gewerblichen Umfeld erforderlich. Für die private Wohnraumbeleuchtung gelten keine vorgeschriebenen UGR-Maximalwerte.

UGR Tabelle

Verschiedene Sehaufgaben erfordern eine unterschiedlich hohe Konzentration. Die folgende Tabelle enthält die maximal zulässigen UGR-Grenzwerte nach DIN EN 12464-1 für gängige Sehaufgaben, Räumlichkeiten und Anwendungsbereiche. So ist auf Fluren und Treppen beispielsweise eine höhere Blendwirkung erlaubt als bei Präzisions- und Büroarbeiten, wo viele Stunden bei hoher Konzentration gearbeitet wird.

UGR-GrenzwertSehaufgabe
16Präzisionsarbeiten wie technisches Zeichnen
19Büroarbeiten, Kontrollarbeiten, Unterrichtsräume
22Arbeiten in Industrie und Handwerk
25Grobe Arbeiten, Treppen
28Flure, Verkehrsflächen
Maximale UGR-Werte nach DIN EN 12464-1 für gängige Sehaufgaben

Was ist UGR 19?

Der UGR-Wert 19 ist ein häufig anzutreffender Grenzwert. Laut Tabelle gilt der Wert für Beleuchtungsanlagen insbesondere in Bürogebäuden. Dies umfasst u.a. alle Bildschirm- und Büroarbeitsplätze, an denen täglich viele Stunden mit hoher Konzentration gearbeitet wird.

UGR im Zusammenhang

In der Praxis sorgt eine Beleuchtungseinrichtung mit einer niedrigen Beleuchtungsstärke (geringer Lux-Wert) natürlich automatisch auch für eine geringere Blendwirkung. Allerdings ist je nach Tätigkeit und Sehaufgabe gleichzeitig auch ein gewisser Mindest-Lux-Wert vorgeschrieben. Hier wird deutlich, wie wichtig eine gute Lichtplanung ist, um alle Anforderungen zu erfüllen.

Wie wird der UGR-Wert ermittelt?

Bei gewerblichen Leuchten wird häufig ein UGR-Wert im Datenblatt angegeben. Trotzdem kann der UGR-Wert in der Praxis nicht gemessen werden. Die angegebenen Werte im Datenblatt beziehen sich auf Messungen in einem Standardraum mit fest definierten Parametern. Diese sind in der Praxis natürlich nur selten anzutreffen.

Zur Einführung des Unified Glare Rating wurden viele Personen nach ihrer subjektiven Blendungsbewertung bei verschiedenen Beleuchtungsanlagen befragt. Anschließend wurden Durchschnittswerte gebildet, aus denen die UGR-Grenzwerte definiert wurden.

Der UGR 19 ist beispielsweise so definiert, dass sich 65% der Beobachter durch die Beleuchtung nicht geblendet fühlen. Die restlichen 35% nehmen dagegen eine störende Blendwirkung wahr.

Welche Faktoren spielen eine Rolle?

Folgende Faktoren haben in der Praxis einen Einfluss auf den tatsächlichen UGR-Wert:

  • Raum Größe und Form
  • Art, Anzahl, Position und Verteilung der Leuchten
  • Helligkeitsniveau der Umgebung
  • Material und Farbe der Oberflächen
  • Position und Richtung des Betrachters

Durch die Vielzahl der Faktoren und dessen Abhängigkeit untereinander wird deutlich, wie komplex die Bestimmung des UGR sein kann. Lichtplaner verwenden für die Berechnung entsprechende Software und können ebenso auf Erfahrungswerte aus identischen Anwendungsbereichen zurückgreifen.

Fazit

Das Unified Glare Rating sorgt für eine weltweit vereinheitlichte Blendungsbewertung von gewerblichen Beleuchtungsanlagen. Mit dem UGR-Wert kann die subjektiv empfundene Blendung mit einer Kennzahl ausgedrückt werden. Zudem können unterschiedliche Anlagen miteinander verglichen werden.

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