Leuchtstoffröhre gegen LED im Vergleich: Was ist besser?

Leuchtstoffröhre gegen LED im Vergleich: Was ist besser?

Leuchtstoffröhren werden in unterschiedlichen Varianten an vielen Stellen sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich eingesetzt. Am häufigsten sind Leuchtstofflampen der Bauformen T5 und T8 in Kellern, Garagen, Werkstätten oder als Hallenbeleuchtung anzutreffen. In diesem Artikel erfährst du, wie gut sich die alten Leuchtstoffröhren im Vergleich zu modernen LED Röhren schlagen.

Leuchtstoffröhre und LED Tube im Vergleich

Leuchtstoffröhren gibt es in den unterschiedlichsten Bauarten und Größen. Am häufigsten werden heutzutage Röhren vom Typ T5 und T8 eingesetzt. Diese werden in privaten Haushalten beispielsweise zur Beleuchtung vom Keller oder der Garage eingesetzt. Im gewerblichen Bereich kommen Leuchtstofflampen häufig zur Ausleuchtung von Büros, Werkstätten oder Hallen zum Einsatz.

Weitere Einsatzorte

Die größeren Leuchtstoffröhren kommen meist dort zum Einsatz, wo eine großflächige und gleichmäßige Beleuchtung erforderlich ist. Kleine Baugrößen finden sich etwa in Spiegelschränken oder als Ringleuchte in Spiegeln oder Lupenlampen.

Geläufige Bezeichnungen für die Röhren sind:

  • Leuchtstoffröhre
  • Leuchtstofflampe
  • Neonröhre

Die moderneren LED Varianten werden als LED Röhre oder mit dem englischen Wort als LED Tube bezeichnet. In den folgenden Abschnitten findest du einen Vergleich der alten und neuen Technik sowie die Vor- und Nachteile beider Varianten.

Funktionsweise im Vergleich

Auch wenn sich in vielen Fällen die Leuchtstofflampen einfach gegen LED Röhren tauschen lassen, so ist die interne Funktion beider Techniken völlig unterschiedlich.

Wie funktioniert eine Leuchtstoffröhre?

Eine Leuchtstoffröhre enthält ein Edelgas, welches beim Einschalten durch einen hohe Spannung gezündet wird. Diese Zündspannung wird durch eine Drossel oder eine Elektronik im Vorschaltgerät erzeugt. Bei dem Vorgang wird das Gas im Glaskörper ionisiert und der Leuchtstoff an der Glasinnenwand beginnt zu leuchten.

Die erste Generation von Leuchtstofflampen war mit Neon-Gas gefüllt, daher wird heute auch häufig noch der umgangssprachliche Begriff Neonröhre verwendet. Aufgrund besserer Eigenschaften werden in heutigen Leuchtstoffröhren meist andere Edelgase wie Argon oder Krypton verwendet.

Wie funktioniert eine LED Röhre?

Bei einer modernen LED Röhre handelt es sich im Prinzip um ein normales LED Leuchtmittel. Die Besonderheit ist hier lediglich die Bauart. Durch die Röhrenform passen die LED Leuchtmittel in die vorhandenen Fassungen bestehender Beleuchtungsanlagen und können damit ohne viel Aufwand umgerüstet werden. Die Funktionsweise der LED Lampe ist ansonsten identisch zu anderen LED Leuchtmitteln:

Bei der Leuchtdiode handelt es sich um ein Halbleiter-Bauelement. Der darin enthaltene LED-Chip sendet Photonen aus, die wir als sichtbares Licht wahrnehmen. In einer LED Röhre befindet sich eine Trägerplatine, auf der eine Vielzahl von LEDs reihenförmig aufgelötet sind. Weiterhin befindet sich noch ein Netzteil zur Erzeugung der Niederspannung sowie ein LED Treiber in dem röhrenförmigen Gehäuse.

LED oder Leuchtstoffröhre?

Von der Effizienz her steht die Leuchtstoffröhre im Vergleich zu Glüh- und Halogenlampen ziemlich gut dar. Doch wie sieht es im Vergleich zur LED Röhre aus? In den nächsten Abschnitten findest du einen ausführlichen Vergleich aller wichtigen Eigenschaften.

Vorteile von LED Röhren

Sehr hohe Effizienz

LED Röhren haben je nach Typ eine sehr hohe Effizienz von 90 bis zu 150 Lumen pro Watt.

Gute Farbwiedergabe

Viele LED Röhren haben einen Farbwiedergabeindex von Ra > 80. Es gibt auch LED Tubes mit einem Ra > 90 oder sogar Ra > 95. Nachteilig ist allerdings die sinkende Effizienz bei hohen CRI Werten.

Dimmbare Varianten

LED Röhren müssen als dimmbar gekennzeichnet sein, damit sich diese problemlos in der Helligkeit einstellen lassen. Auch der verwendete Dimmer muss für LED Leuchtmittel geeignet sein.

Sehr lange Lebensdauer

LED Röhren haben je nach Typ eine sehr lange Lebensdauer von 30.000 – 50.000 Stunden. Auch die Anzahl der Schaltzyklen liegt meist bei 100.000 und mehr.

Keine Einschaltverzögerung

LED Röhren erzeugen nach dem Einschalten sofort ihre volle Helligkeit. Es gibt keine Vorwärmphase oder das typische Flackern von Leuchtstofflampen.

Gerichtete Abstrahlung

Der Abstrahlwinkel von LED Tubes liegt bei den meisten Röhren bei 160°. Damit strahlen diese ihr volles Licht komplett in den Raum ab. Der Einsatz und die Reinigung der Reflektoren entfällt.

Kein Flimmern

Die Leuchtdioden in einer LED Röhre werden durch den LED Treiber mit Gleichspannung versorgt. Die Regelung des Ausgangsstroms erfolgt im Kilohertz-Bereich. Dadurch gibt es kein sichtbares Flimmern.

Kein Quecksilber enthalten

In LED Röhren ist kein giftiges Queckselber enthalten. Aufgrund der elektronischen Bauteile müssen defekte LED Tubes trotzdem als Elektroschrott entsorgt werden.

Robuste Handhabung

LED Röhren bestehen in vielen Fällen aus einem schlagfesten Polycarbonat. Damit sind diese unempfindlich gegen leichte Stöße und Erschütterungen.

Nachteile von LED Röhren

Höhere Anschaffungskosten

Die Anschaffungskosten von LED Röhren betragen aktuell noch ein Mehrfaches gegenüber der Leuchtstoffröhre. Bedingt durch die lange Lebensdauer und der hohen Energieeffizienz armortisiert sich die Anschaffung aber bereits nach wenigen Jahren.

Vorteile von Leuchtstoffröhren

Gute Effizienz

Leuchtstoffröhren haben je nach Typ eine recht hohe Effizienz von 45 bis zu 100 Lumen pro Watt.

Farbwiedergabe

Viele Leuchtstoffröhren haben einen Farbwiedergabeindex von Ra 75 bis Ra 85. Inzwischen gibt es auch Leuchtstofflampen mit einem Ra > 90. Nachteilig ist allerdings die sinkende Effizienz bei hohen CRI Werten.

Dimmbar mit EVG

Ob eine Leuchtstoffröhre gedimmt werden kann, hängt vom verwendeten Vorschaltgerät ab. Konventionelle Vorschaltgeräte sind dafür ungeeignet, es gibt aber spezielle elektronische Vorschaltgeräte, mit denen die angeschlossenen Röhren in der Helligkeit eingestellt werden können.

Relativ lange Lebensdauer

Die Lebensdauer von Leuchtstoffröhren liegt je nach verwendetem Typ und Vorschaltgerät zwischen 5.000 und 20.000 Stunden. An konventionellen Vorschaltgeräten liegt die Lebensdauer der Röhren eher im Bereich des unteres Wertes. Der obere Wert kann höchstens an einem elektronischen Vorschaltgerät bei wenigen Schaltzyklen erreicht werden.

Günstige Anschaffungskosten

Die Leuchtstoffröhren selbst sind sehr günstig. Kostspieliger sind dagegen die Vorschaltgeräte, welche jedoch eine recht lange Lebensdauer besitzen.

Nachteile von Leuchtstoffröhren

Flackern beim Einschalten

Bei Leuchtstoffröhren mit konventionellen Vorschaltgeräten kennt man das Flackern beim Einschalten. Mit elektronischen Vorschaltgeräten ist auch bei Leuchtstofflampen ein flackerfreies Einschalten möglich. Eine kurze Einschaltverzögerung von etwa einer Sekunde bedingt durch die Vorwärmphase bleibt aber bestehen.

360° Rundum Abstrahlung

Durch Aufbau und Funktionsprinzip strahlen Leuchtstoffröhren ihr Licht rundum gleichmäßig in alle Richtungen ab. Dies ist nur in wenigen Situationen von Vorteil. Meist muss das Licht durch einen Reflektor in die gewünschte Richtung gelenkt werden. Dadurch verringert sich auch die Energieeffizienz.

100 Hz Flimmern

Beim Betrieb an konventionellen Vorschaltgeräten flimmern Leuchtstoffröhren bei jedem Nulldurchgang der Netzfrequenz von 50 Hz. Das entstehende 100 Hz Flimmern kann zu Ermüdung und Kopfschmerzen führen. Der Stroboskopeffekt ist in Verbindung mit rotierenden Maschinen besonders tückisch:

Es kann trotz hoher Drehzahl der Eindruck entstehen, dass die Welle der Maschine nur langsam dreht oder sogar steht. Eletronische Vorschaltgeräte arbeiten im Kilohertz-Bereich und können den Flimmer-Effekt vermindern.

Enthält giftiges Quecksilber

In Leuchtstoffröhren ist giftiges Quecksilber enthalten. Es ist darauf zu achten, dass die Röhren etwa beim Austausch nicht zerbrechen. Auch müssen diese bei Defekt als Sondermüll entsorgt werden.

Empfindliche Handhabung

Die längliche Röhre besteht aus dünnwandigem Glas und ist empfindlich gegen Stöße und Erschütterungen. Vor allem wegen der enthaltenen gifitigen Stoffe ist ein vorsichtiger Umgang mit den Röhren Pflicht.

Vergleichstabelle: Leuchtstoff gegen LED

In folgender Tabelle findest du eine kompakte Übersicht der wichtigsten Eigenschaften von der Leuchtstoffröhre verglichen mit der LED Röhre.

Im Vergleich: LED Tube und Leuchtstoffröhre
EigenschaftLED TubeLeuchtstoffröhre
Einschaltverzögerungsofort 100% LichtFlackern beim Einschalten
Abstrahlrichtunggerichtete Abstrahlung360° Abstrahlung
Effizienz90 – 150 lm/W45 – 100 lm/W
Farbwiedergabebis Ra 95bis Ra 90
Lichtqualitätflackerfrei100 Hz Flackern
Dimmbarkeitdimmbare Ausführung erhältlichnur mit dimmbaren EVG
Schadstofffreiheitkein Quecksilber enthaltenenthält giftiges Quecksilber
Lebensdauer30.000 – 50.000 Stunden5.000 – 20.000 Stunden
Robustheitbruchsicher aus Polycarbonatzerbrechliches Glas
Kostenhöhere Anschaffungskostengünstige Röhren, teure VGs

Fazit

LED Röhren haben im Vergleich zu Leuchtstoffröhren fast nur Vorteile. Diese strahlen nach dem Einschalten sofort flimmerfrei mit ihrer vollen Lichtleistung. Auch die Umweltbilanz fällt durch den Verzicht auf das Quecksilber sowie durch die Ersparnis beim Energieverbrauch um 40 – 60% sehr positiv aus. Die höheren Anschaffungskosten haben sich durch die hohe Effizienz und die lange Lebensdauer schnell armortisiert.

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