Im Gegensatz zu den altbekannten Leuchtmitteln sind viele moderne LED Leuchtmittel nicht mehr austauschbar. Der Wechsel einer defekten LED ist damit unmöglich. Dies wirkt im ersten Moment sehr nachteilig. Hier erfährst du, was dies im Einzelfall bedeutet und was du bei einem Defekt der Lampe dennoch tun kannst.

Austauschbar oder nicht austauschbar?

Von den alten Lichttechniken waren wir es gewohnt, die Leuchtmittel in der Leuchte austauschen zu können. So konnte man ein kaputtes Leuchtmittel einfach ersetzen. Auch konnte man das Leuchtmittel bei Bedarf gegen eine hellere oder dunklere Variante tauschen. Mit dem Einzug der LED Technik ist das nicht mehr in allen Fällen möglich. Hier gibt es heutzutage zwei Varianten:

  • Austauschbare Retrofit Leuchtmittel
  • Nicht austauschbare integrierte Leuchtmittel

Um vorhandene Leuchten auf LED umzustellen, gibt es die so genannten Retrofit LED Lampen. Hiermit kannst du einfach alte Halogen- oder Energiesparlampen durch LEDs ersetzen. Die Retrofit LED Leuchtmittel sind natürlich weiterhin austauschbar. Es gibt aber immer mehr Leuchten mit fest integrierten LEDs. Diese kann der Verbraucher nicht mehr selber austauschen.

Fest verbaute Leuchtmittel nehmen zu

Noch sind in den Haushalten Millionen von Leuchten mit den bekannten Lampenfassungen installiert. Die Retrofit LEDs stellen dafür gewissermaßen eine Übergangslösung dar. Wenn man sich in Lampengeschäften und Online-Shops umsieht, stellt man schnell fest, dass etwa 80% aller Leuchten mit fest integrierten LEDs ausgestattet sind. Der Anteil an Leuchten mit nicht mehr austauschbaren LEDs nimmt außerdem stetig zu.

Oft werden nur noch Leuchten aus Lagerbeständen oder Sonderposten mit Lampenfassungen angeboten. Die Entwicklung ist also eindeutig erkennbar. Steht die Neuanschaffung einer Leuchte etwa beim Renovieren oder nach einem Umzug an, dürfte die Wahl immer öfter auf eine Leuchte mit integrierten Leuchtmitteln fallen.

Austauschbare LED Leuchtmittel

Die austauschbaren LED Leuchtmittel werden als Retrofit oder Replacement bezeichnet. Auch wenn immer mehr Leuchten mit fest integrierten LEDs auf den Markt kommen, wird man die austauschbaren Retrofits noch lange kaufen können. Im Folgenden findest du die Vor- und Nachteile austauschbarer Leuchtmittel.

Retrofit LED Leuchtmittel

Vorteile austauschbarer Leuchtmittel

Der Hauptvorteil liegt natürlich auf der Hand: Ein kaputtes Leuchtmittel kann hier ganz einfach ersetzt werden. Ersatzlampen gibt es in jedem Fachhandel oder entsprechenden Online-Shop. Der Tausch kann ganz einfach durch den Anwender erfolgen. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, je nach Wunsch ein Leuchtmittel mit anderer Helligkeit oder einem anderen Abstrahlwinkel einzusetzen.

Vorteile in Kurzform
  • Einfacher Ersatz für kaputtes Leuchtmittel
  • Leichter Tausch gegen helleres/dunkleres Leuchtmittel

Nachteile austauschbarer Leuchtmittel

So praktisch tauschbare Leuchtmittel auch sein mögen, so gibt es auch Nachteile. Durch die Austauschbarkeit müssen die Leuchtmittel in die vorgegebenen Fassungen passen. Dadurch sind die Sockel der Retrofits fest definiert. Als Folge haben die Replacement Leuchtmittel sehr ähnliche Formen wie ihre Vorgänger. Je nach Sockel entstehen dadurch Einschränkungen für die Größe und das Design der Leuchte.

Nachteile in Kurzform
  • Vorgegebene Formen
  • Fest definierte Lampensockel
  • Einschränkungen fürs Leuchtendesign

Fest integrierte LED Leuchtmittel

Moderne LED Leuchten mit fest verbauten Leuchtmitteln sind auf dem Vormarsch. Diese werden auch oft als native LED Leuchte bezeichnet. Von einigen Anwendern werden solche Leuchten als kritisch angesehen. Das liegt vor allem daran, dass man es gewohnt war, die Leuchtmittel in der Leuchte tauschen zu können. Diese Möglichkeit fällt nun weg. Hier findest du die Vor- und Nachteile fest verbauter Leuchtmittel.

Vorteile integrierter Leuchtmittel

Leuchtdioden selbst haben eine sehr kleine Bauform. Für den Betrieb werden zusätzlich noch Kühlkörper und LED Treiber benötigt. Alle Komponenten lassen sich beliebig anordnen. Dadurch lassen sich Leuchten mit modernen Formen und Designs herstellen, wie es mit austauschbaren Leuchtmitteln nicht möglich wäre.

Fest verbaute LEDs lassen sich nicht tauschen

Die fest verbauten LEDs werden vom Hersteller idealerweise immer passend zur jeweiligen Leuchte ausgewählt. So ist vor allem die Abstrahlcharakteristik stets passend zur jeweiligen Form der Leuchte. Ein weiterer Vorteil ist die sehr hohe Lebensdauer von LEDs von 15.000 bis 50.000 Stunden. Je nach täglicher Brenndauer halten die Leuchtmittel 10 Jahre und länger.

Vorteile in Kurzform
  • Extrem flexibles Leuchtendesign
  • Kleine kompakte Leuchten möglich
  • Leuchtmittel passend zur Leuchte
  • Sehr hohe Lebensdauer

Nachteile fest integrierter LEDs

Der Hauptnachteil ist und bleibt die fehlende Möglichkeit des Austausches eines defekten Leuchtmittels durch den Anwender. Auch lässt sich ein Leuchtmittel nicht einfach gegen eine hellere oder dunklere Variante ersetzen. Dem stehen glücklicherweise langlebige und dimmbare LEDs entgegen.

Nachteile in Kurzform
  • Kein Austausch bei Defekt
  • Fehlende Anpassbarkeit

Was tun bei einem Defekt?

Gehen in einer Leuchte mit nicht austauschbaren Leuchtmitteln ein oder mehrere LEDs kaputt, muss nicht gleich die gesamte Leuchte entsorgt werden. Du solltest prüfen, ob noch Garantie auf die Leuchte besteht. LED Leuchten werden häufig mit einer mehrjährigen Garantie verkauft. In diesem Fall sollte der Händler die Leuchte umtauschen oder reparieren.

Sollte die Garantie bereits abgelaufen sein oder solltest du keinen Beleg über den Kaufzeitpunkt mehr haben, kann es dennoch helfen, sich an den Händler zu wenden oder den Hersteller zu kontaktieren. Vor allem bei Leuchten von Markenherstellern können die defekten LEDs häufig von einer Fachwerkstatt ausgetauscht werden. So kann eine defekte LED Leuchte oftmals kostengünstig wiederbelebt werden.

Was tun?
  • Garantie prüfen
  • Händler kontaktieren
  • Leuchte von Hersteller reparieren lassen

Defekte Leuchte entsorgen

Wenn wirklich keine Reparatur der integrierten LEDs mehr möglich ist oder sich diese nicht lohnt, muss die gesamte Leuchte entsorgt werden. Glücklicherweise enthalten LED Leuchten im Gegensatz zu den alten Energiesparlampen kein Quecksilber. Trotzdem sind in der Leuchte neben den LEDs weitere elektronische Komponenten enthalten.

Aus diesem Grund dürfen LED Leuchten nicht in den Hausmüll gegeben werden und müssen als Elektroschrott entsorgt werden. Je nach Region gibt es dazu entsprechende kommunale Sammelstellen oder Wertstoffhöfe. Auch viele Geschäfte oder Baumärkte nehmen defekte Leuchten entgegen.

Fazit

Die fehlende Austauschbarkeit von fest integrierten Leuchtmitteln in vielen LED Leuchten wirkt nur auf den ersten Blick nachteilig. Durch eine hohe Lebenserwartung fallen LEDs verglichen mit den alten Lichttechniken sehr selten aus. Durch lange Garantien wird das Problem weiterhin abgemildert. Dafür stehen moderne Lampendesigns zur Auswahl, die erst durch die LED Technik möglich geworden sind.